An den deutschen Hochschulen hat jetzt – überwie­gend virtuell – das erste Semester begonnen. Mit dabei: die Erstse­mester 2020/2021, unter denen viele wegen der Corona-Lage ihre Auslands­pläne begraben mussten. Statt­dessen haben sie einfach – oftmals irgend­einen – Studi­en­gang begonnen. Hochkon­junktur haben deshalb Orien­tie­rungs­se­mester, bei denen man BAföG erhalten und seine Studi­en­leis­tungen anrechnen kann, sich aber noch nicht auf einen bestimmten Studi­en­gang festlegen muss. Solche Angebote gibt es z.B. an den Unis/TUs in Berlin, Frank­furt, Hannover, Braun­schweig, Erlangen-Nürnberg und vielen anderen.

Hohe Abbruchs­quoten für Erstse­mester 2020/21 erwartet

Trotzdem werden vermut­lich viele der „Corona-Erstse­mester“ den jetzt begon­nenen Studi­en­gang nicht abschließen, sondern noch einmal wechseln. Denn der virtu­elle Studi­en­ein­stieg überfor­dert viele. Der Kontakt zu anderen Erstse­mes­tern fehlt, Lerngruppen können sich nicht so leicht bilden, und damit werden Klausuren oftmals zu unüber­wind­li­chen Hinder­nissen. Schon vor Corona haben an Univer­si­täten rund ein Drittel und an Fachhoch­schulen rund ein Viertel der Studie­renden ihr Studium im Bachelor-Studi­en­gang abgebro­chen und sich für ein anderes Fach oder eine Ausbil­dung entschieden. Eine solche Umori­en­tie­rung muss nicht schlimm sein, aber sie kostet Zeit und Geld. Im Durch­schnitt geben Eltern für ihre studie­renden Kinder – alle Posten einbe­griffen – durch­schnitt­lich rund 800 Euro im Monat aus. Bei teuren Wohnungs­mieten in Großstädten oder Studi­en­ge­bühren für private Hochschulen noch deutlich mehr.

Sicher­heit bei der Wahl des Studiengangs

Wie kann die Entschei­dung für einen Studi­en­gang sicherer gestaltet werden? 100% Sicher­heit bei der Studi­en­wahl ist kaum möglich, denn diese Entschei­dung ist sehr weitrei­chend und betrifft in der Zukunft liegende Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt: Wie wird sich die wirtschaft­liche Lage in einer bestimmten Branche entwi­ckeln? Wann (und mit wem!) steht die Famili­en­grün­dung an – oder auch nicht? Werden techni­sche Entwick­lungen das Arbeits­feld verän­dern? Trotzdem ist es möglich, einen Studi­en­gang zu wählen und dabei die Sicher­heit zu haben, dass diese Entschei­dung jeden­falls nicht ganz falsch ist. Wissen­schaft­liche Unter­su­chungen zeigen, welche Faktoren zu einer erfolg­rei­chen Studi­en­ent­schei­dung führen: ausführ­liche Ausein­an­der­set­zung mit den eigenen Wünschen und Fähig­keiten, aktives Erkunden von verschie­denen Studi­en­mög­lich­keiten, inten­sive Gespräche mit Personen, die den betref­fenden Studi­en­gang studieren oder studiert haben. Prof. Chris­tiane Dienel hat diese Ergeb­nisse in einem kosten­losen wissen­schaft­li­chen Beitrag zusammengefasst.

Eltern können helfen

Die Rolle der Eltern bei der Wahl eines Studi­en­gangs darf nicht unter­schätzt werden. Jugend­liche würden es zwar oft nicht zugeben – aber in Wirklich­keit hören sie auf den Rat ihrer Eltern. Bei Befra­gungen geben Studi­en­an­fänger an, dass Eltern und Freunde die wichtigsten Ratgeber für die Studi­en­ent­schei­dung waren, weit vor Schule oder Berufs­be­ra­tung beim Arbeitsamt. Viele Eltern fühlen sich aber überfor­dert angesichts der unüber­sicht­li­chen Vielzahl an Studi­en­gängen. Zum Glück gibt es zahlreiche online-Tests auf den Webseiten der Hochschulen, die einen Einstieg in diese Frage ermög­li­chen. Aber auch hier ist es wichtig, über die Studi­en­gangs-Angebote zu disku­tieren, unter­schied­liche Meinungen einzu­holen und die Anfor­de­rungen mit dem eigenen Kompe­tenz­profil abzuglei­chen. Das Programm von Kompass Zukunft ermög­licht eine syste­ma­ti­sche Ausein­an­der­set­zung mit allen Faktoren, die zu einer erfolg­rei­chen Studien- und Berufs­wahl gehören. Am Schluss steht die konkrete Empfeh­lung von mindes­tens drei Studi­en­gängen, die zu den indivi­du­ellen Voraus­set­zungen und Wünschen passen. Die Treffer­quote für eine erfolg­reiche Studi­en­wahl ist damit deutlich erhöht. Die Entschei­dung muss am Ende aber jeder junge Mensch selbst treffen.