Mega-Trends sind große Verän­de­run­gen der Gesell­schaft im globa­len Maßstab, die von Wissen­schaft­lern und Wissen­schaft­le­rin­nen wie zum Beispiel am Zukunfts­in­sti­tut in Frank­furt am Main beforscht und vorge­sagt werden. Sie gehen der Frage nach, welche Verän­de­run­gen unsere Gegen­wart prägen und welche Rück­schlüsse sich daraus für die Zukunft von Gesell­schaft, Unter­neh­men, Kultur und Umwelt schlie­ßen lassen?

Zu den brand­ak­tu­el­len Mega-Trends zählen Globa­li­sie­rung, Indi­vi­dua­li­sie­rung, digi­tale Trans­for­ma­tion, Mobi­li­tät oder auch nach­hal­tige Entwick­lung. Obwohl die Corona-Pande­mie kein „Mega-Trend“ ist, hat sie einen großen Einfluss auf unser gesell­schaft­li­ches Zusam­men­le­ben und die gerade genann­ten Mega-Trends selbst. In Zeiten der Corona-Pande­mie erle­ben wir gesell­schaft­li­che Umbrü­che im Sekun­den­takt auf der gesam­ten Welt, das heißt die Lebens­wel­ten von knapp 8 Milli­ar­den Menschen.

Verän­de­run­gen über Nacht

Verän­de­run­gen, die vor ein paar Wochen und Mona­ten noch unmög­lich schie­nen und weit entfernte Zukunfts­mu­sik waren, wurden von heute auf morgen Reali­tät. In allen Berei­chen der Gesell­schaft sind Verän­de­run­gen im Turbo-Tempo zu beob­ach­ten. Zum Beispiel wird plötz­lich das Thema Home­of­fice rele­vant. Vor einem Jahr hätte niemand vermu­tet, dass Rech­ner, Bild­schirm und Arbeits­ma­te­rial auf einmal auf dem Küchen­tisch, Esstisch oder im Schlaf­zim­mer plat­ziert werden. Wer Glück hat, hat ein sepa­ra­tes Arbeits­zim­mer. Es wird über „New Work“ disku­tiert und geforscht. Es geht um ein neues Konzept der Arbeit, genauer gesagt die neue Arbeits­weise der heuti­gen Gesell­schaft im globa­len und digi­ta­len Zeit­al­ter. Denn die Frage, wie und wo wir arbei­ten, verhan­delt sich durch Fakto­ren, wie zum Beispiel die fort­schrei­tende Digi­ta­li­sie­rung oder aktu­ell auch die Corona-Krise, im Sekundentakt.

Und auch im Bereich Mobi­li­tät sind wieder­rum diverse “digi­ta­li­sierte Verän­de­run­gen“ zu beob­ach­ten. Einer nennt sich zum Beispiel „Smart Mobi­lity“ und ist ein Schlüs­sel­ele­ment der Stadt der Zukunft, der soge­nann­ten Smart City. Smart City steht für das Konzept einer moder­nen Stadt, in der die Vernet­zung von verschie­de­nen Trans­port­ar­ten möglich werden soll. Ziel ist es, Verkehrs­mit­tel des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs mit denen des öffent­li­chen Verkehrs zu kombi­nie­ren und diese zeit- und ener­gie­ef­fi­zi­ent – auch mittels „smar­ter“ Tech­no­lo­gie – zu nutzen.

Oder ganz analoge Reak­tio­nen auf die aktu­el­len Gescheh­nisse: Plötz­lich werden Radver­kehrs­wege einge­rich­tet, deren Geneh­mi­gung durch die Verwal­tung und Umset­zung norma­ler­weise mehrere Jahre dauert, möglich.

Welche Zusam­men­hänge gibt es zwischen Verän­de­run­gen im globa­len Maßstab und deiner beruf­li­chen Zukunft sowie Studienwahl?

Mega-Trends beein­flus­sen die Berufs- und Studienwelt

Diese gesell­schaft­li­chen Verän­de­run­gen – seien sie durch Mega-Trends oder die Corona-Pande­mie ange­sto­ßen – wirken sich auf die Berufs­welt aus. Berufe fallen weg – neue Berufe kommen dazu – Berufe verän­dern sich. Exper­ten des Insti­tuts für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung (IAB) gehen zwar nicht davon aus, dass die fort­schrei­tende Tech­nik jeden Beruf erset­zen wird, aber sie behaup­ten in Studien, dass sich 30 bis 50 Prozent aller Jobs verän­dern werden. Inno­va­tio­nen der Wissen­schaft, Forschung und Tech­no­lo­gie wie etwa Künst­li­che Intel­li­genz oder 3D-Druck rufen diese Verän­de­run­gen hervor. So wird es zum Beispiel künf­tig den Job des Chief Digi­tal Offi­cers (CDO), der für die Planung und Steue­rung der Digi­ta­li­sie­rung eines Unter­neh­mens verant­wort­lich ist, geben. Es werden Spezia­lis­ten für Big Data und Daten­schutz sowie Kryp­to­lo­gen, die sensi­ble Infor­ma­tio­nen verschlüs­seln und vor Cyber­kri­mi­nel­len schüt­zen können, gebraucht.

Aber auch bei den bekann­te­ren Berufs­bil­dern wie etwa Arzt oder Bauüber­wa­cher bei der Bahn wird sich eini­ges an den Arbeits­ge­ge­ben­hei­ten ändern. So ist realis­tisch denk­bar, dass Ärzte bald vermehrt von künst­li­cher Intel­li­genz, z.B. beim Stel­len von Diagno­sen, unter­stützt sowie digi­tale Sprech­stun­den ange­bo­ten werden (Stich­wort Tele­me­di­zin) oder dass Bauüber­wa­cher bei der Deut­schen Bahn künf­tig mit Droh­nen arbei­ten sollen, so schreibt es eine Redak­teu­rin in einem aktu­el­le­ren Bericht des Berli­ner Tages­spie­gel.

Aus diesem Grund sind Quali­fi­zie­rung, Weiter­bil­dun­gen oder die Offen­heit für zukunfts­ori­en­tierte Studi­en­gänge extrem wich­tig. Berufe der Zukunft bezie­hungs­weise soge­nannte Trend­be­rufe werden immer belieb­ter. Die Anzahl der Menschen, die in einem dieser moder­nen Wirt­schafts­zweige arbei­ten wollen, steigt. Der Grund dafür ist das Gefühl von Sicher­heit: einem gere­gel­ten Einkom­men, die Zukunfts­per­spek­tive und weni­ger Angst vor Kündi­gun­gen aufgrund der Notwen­dig­keit von quali­fi­zier­ten Arbeit­neh­mern und Arbeitnehmerinnen.

Um heraus­zu­fin­den, welches Studium sich am besten eignet, um später einmal einem Beruf der Zukunft ausüben zu können, lohnt es sich ein Blick auf neue Studi­en­gänge an den Univer­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len. Das Ange­bot wird immer brei­ter und aktu­el­ler. Schließ­lich wollen die Hoch­schu­len den Zahn der Zeit tref­fen und Studen­tin­nen und Studen­ten eine gute Zukunfts­per­spek­tive auch weiter­hin ermöglichen.

Studi­en­gänge, die auf die Zukunft vorbereiten

Für den Mega-Trend Nach­hal­tige Entwick­lung wurde sogar eine eigene Hoch­schule in Ebers­walde (Hoch­schule für nach­hal­tige Entwick­lung) gegrün­det. Komplett neue Studi­en­gänge wurden jüngst einge­rich­tet. Zum Beispiel: „Bios­phere Reser­ves Manage­ment (BIOM)“ – so heißt der im Winter­se­mes­ter 20/21 erst­mals ange­bo­tene englisch­spra­chige Master­stu­di­en­gang an der Hoch­schule für nach­hal­tige Entwick­lung Ebers­walde (HNEE). Es handelt sich dabei um den ersten welt­weit englisch­spra­chige Master­stu­di­en­gang, der sich gezielt mit dem Manage­ment in Biosphä­ren­re­ser­va­ten beschäf­tigt. „Zentrale Inhalte sind das Verständ­nis über Inter­ak­tio­nen von ökolo­gi­schen und sozia­len Syste­men, die Kennt­nis poli­ti­scher Rahmen­be­din­gun­gen sowie das Erler­nen von wich­ti­gen Manage­ment-Instru­men­ten und exzel­len­ten Kommu­ni­ka­ti­ons- und Koope­ra­ti­ons­kom­pe­ten­zen“, erklärt Dr. Katja Arzt, Koor­di­na­to­rin des neuen Studi­en­gangs auf der Webseite der Univer­si­tät. Ein Studi­en­gang für Menschen, denen Nach­hal­tig­keit beson­ders am Herzen liegt.

Master­stu­di­en­gang Zukunfts­for­schung an der FU Berlin für Entde­cker und Neugierige

Zukunfts­for­schung ist nicht nur Science-Fiction, sondern jetzt auch ein Uni-Fach an der FU Berlin. „Der inter- und trans­dis­zi­pli­näre Master­stu­di­en­gang vermit­telt seit 2010 u.a. Grund­la­gen und Metho­den zur Erfor­schung, Konstruk­tion und Refle­xion von Zukunfts­vor­stel­lun­gen in Gesell­schaft, Poli­tik und Wirt­schaft“, heißt es auf der Webseite der FU Univer­si­tät. Zusam­men­ge­fasst geht es also darum Szena­rien für die Zukunft zu entwer­fen und zu unter­su­chen, wo Signale für Verän­de­run­gen gese­hen werden. Es werden nicht nur Zahlen heraus­ge­rech­net, sondern es wird versucht Zukunfts­bil­der zu bauen, erklärt ein Student in einem Zeitungs­in­ter­view. Mit der Präsen­ta­tion ihrer Forschungs­er­geb­nisse möch­ten sie zu Diskus­sio­nen anre­gen und Entschei­dungs­trä­gern eine Orien­tie­rungs­hilfe bereit­stel­len, die ihnen ermög­licht, durch ihre Entschei­dun­gen eine wünschens­werte Zukunft in die Wege zu leiten. Eigen­schaf­ten die man als ange­hen­der Student oder Studen­tin für Zukunfts­for­schung haben sollte sind demnach intrinsi­sche Moti­va­tion, Fehler­kul­tur, Hart­nä­ckig­keit und Neugier.

Bache­lor- und Master­stu­di­en­gänge an der Fakul­tät Nach­hal­tig­keit an Leuphana Univer­si­tät Lüne­burg für Umweltfreunde

An der Fakul­tät Nach­hal­tig­keit an Leuphana Univer­si­tät Lüne­burg gibt es diverse zukunfts­ori­en­tierte Bache­lor- und Master­stu­di­en­gänge die sich rund um Umwelt und Nach­hal­tig­keits­wis­sen­schaf­ten drehen, z.B. den forschungs­ori­en­tier­ten, inter- und trans­dis­zi­pli­nä­ren Master­stu­di­en­gangs Nach­hal­tig­keits­wis­sen­schaft – Sustaina­bi­lity Science oder das inter­na­tio­nale Pendant Global Sustaina­bi­lity Science. Die ange­hen­den Studen­ten und Studen­tin­nen erfor­schen in welche Rich­tung, unter welchen gesell­schaft­li­chen und ökolo­gi­schen Rahmen­be­din­gun­gen und mit welchen Stra­te­gien nach­hal­tige Entwick­lungs­pfade einge­schla­gen werden können und sollen.

Digi­tal Health Manage­ment als Bache­lor- und Master­stu­di­en­gang für Medizininteressierte

Digi­tal Health Manage­ment gibt es als Bache­lor- und Master­stu­di­en­gang. Doch was steckt eigent­lich dahin­ter? Der Bache­lor­stu­di­en­gang rich­tet sich an Inter­es­sierte, die die Digi­ta­li­sie­rung des Gesund­heits­we­sens mitge­stal­ten und verän­dern wollen. Das Studium ist breit aufge­stellt und vermit­telt Kennt­nisse in den Berei­chen Infor­ma­tik, Wirt­schaft, Medi­zin und Gesund­heits­we­sen. Der Studi­en­gang berei­tet seine Absol­ven­ten auf die digi­tale Trans­for­ma­tion in allen Berei­chen des Gesund­heits­we­sens vor.

Data Science für Schnell­den­ker und Schnelldenkerinnen

Der Bache­lor­stu­di­en­gang Data Science ist ein passen­der Studi­en­gang für Menschen, die gerne einen Schritt voraus­den­ken und die aus Daten Wissen schaf­fen wollen. Wie der Name schon sagt, dreht sich alles um das Thema: Daten. Es geht um dabei aller­dings nicht nur um ihre Aufar­bei­tung, Auswer­tung, Zukunfts­pro­gno­sen, Infor­ma­tio­nen, Entwick­lun­gen, sondern auch um Big Data, Smart Data und Data Science Projekte. Die Studie­ren­den lernen unter ande­rem auch was hinter Machine Lear­ning, dem Teil­be­reich der Künst­li­chen Intel­li­genz steckt und sind immer einen Schritt voraus.

Erneu­er­bare Energien

Zeiten ändern sich. Und so haben staat­li­che Verord­nun­gen wie das Erneu­er­bare-Ener­gien-Gesetz die Inves­ti­tion in Erneu­er­bare Ener­gien wirt­schaft­lich attrak­tiv gemacht. So ist ein wach­sen­der Markt für Alter­na­tive Ener­gie­ge­win­nung und Ener­gie­be­ra­tung entstan­den. „Im Gegen­satz zur Nutzung fossi­ler Ener­gie­trä­ger wie Kohle oder Erdöl ist die Nutz­bar­ma­chung erneu­er­ba­rer Ener­gie­quel­len aber ein rela­tiv neues Betä­ti­gungs­feld. Deshalb sind eigens für diesen Bereich ausge­bil­dete Spezia­lis­ten gefragt“, schreibt das Portal „studycheck.de“. Studen­tin­nen und Studen­ten lernen im Bache­lor Studium des Fachs Erneu­er­bare Ener­gien die inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen kennen. Hierzu zählen Fächer wie Mathe­ma­tik für Inge­nieure, tech­ni­sche Mecha­nik und Werk­stoff­tech­nik. Aber auch spezi­elle Vorle­sun­gen und Kurse zur Wind­ener­gie, Photo­vol­taik, Bioga­ser­zeu­gung und Ener­gie­spei­che­rung. Ein Studium welche reich­li­che Abwechs­lung bietet.

Hoch­schul­bil­dungs­re­port 2020

Viele ange­hende Studen­tin­nen und Studen­ten, Akade­mi­ke­rin­nen und Akade­mi­ker, aber auch Eltern fragen sich, welche Anfor­de­run­gen die Arbeits­welt der Zukunft hat. Die Unter­neh­mens­be­fra­gung des jüngs­ten Hoch­schul­bil­dungs­be­richts vom Stif­ter­ver­band für die Deut­sche Wissen­schaft in Zusam­men­ar­beit mit McKin­sey ist dieser Frage unter ande­rem nach­ge­gan­gen. Darin wird deut­lich: 70 Prozent der Unter­neh­men sehen Praxis­er­fah­rung als wich­tigste Fähig­keit (hier würde sich beispiels­weise auch duale Studi­en­gänge und Prak­tika anbie­ten) für die Arbeits­welt 4.0 – dicht gefolgt von Fremd­spra­chen­kennt­nis­sen (63 Prozent) und dem Umgang mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien und Werk­zeu­gen. Bei einem Blick auf den Hoch­schul­bil­dungs­re­port 2020 lässt sich entneh­men, dass die Unter­neh­men, die drei Mega­trends Digi­ta­li­sie­rung, Inter­na­tio­na­li­sie­rung und Verzah­nung von beruf­li­cher und akade­mi­scher Bildung bei der Auswahl ihrer Mitar­bei­ter eine wesent­li­che Rolle spielen.

Ganz genau lassen sich neue Berufe der Zukunft, Entwick­lun­gen und die Anfor­de­run­gen von Unter­neh­men in der nächs­ten Zeit natür­lich nie voraus­sa­gen. Zu viele Fakto­ren spie­len eine Rolle, zu schnell können sich Rahmen­be­din­gun­gen ändern, wie das letzte Jahr gezeigt beispiels­weise durch die Corona-Pande­mie gezeigt hat. Dennoch geben Exper­ten und Exper­tin­nen regel­mä­ßig Einschät­zun­gen ab und eine kleine Zeit­reise in die Zukunft ist nicht nur aufre­gend, sondern für viele ange­hende Studen­tin­nen und Studen­ten durch­aus sinnvoll.

Entwickle deine und gesell­schaft­li­che Zukünfte in Berlin

Du möch­test mehr über die Zukunft erfah­ren? Dann besu­che das Futu­rium – Haus der Zukünfte je nach Pande­mie­ge­sche­hen virtu­ell oder wenn du an einem unse­rer Programme in Berlin teil­nimmst, geh doch persön­lich vorbei. Der Eintritt ist kostenfrei.

Unsere Kompass Zukunft Programme leben am Puls der Zeit. Bei deiner Bera­tung heute berück­sich­ti­gen wir die Trends der Gegen­wart und Zukunft und bera­ten dich hinge­hend deiner Zukunfts­pläne so, dass wir zukünf­tige, vorher­seh­bare Verän­de­run­gen immer berück­sich­ti­gen und du gut ausge­stat­tet bist, um deine Stär­ken und deine Zukunfts­träume in/mit deinem Beruf zu verwirklichen.