Was haben Elon Musk und Greta Thun­berg gemein­sam? Beiden ist es gelun­gen, schier unmög­lich schei­nende Ziele wirk­lich umzu­set­zen. Warum schei­tern andere Menschen sogar an so klei­nen Zielen, wie etwa ihr Zimmer aufzu­räu­men oder sich auf eine Abi-Prüfung ordent­lich vorzu­be­rei­ten? Ist die Fähig­keit, seine Ziele zu reali­sie­ren, einfach ange­bo­ren, reine Bega­bungs­sa­che? Nein! Erkennt­nisse aus der Psycho­lo­gie zeigen deut­lich, dass es vor allem auf die rich­tige „Tech­nik“ ankommt, wenn man sich Ziele setzen und sie dann reali­sie­ren will. Wie das geht, verra­ten wir hier.

Psycho­lo­gi­sche Grund­la­gen des erfolg­rei­chen Handelns

Persön­lich­keits­psy­cho­lo­gie ist die Diszi­plin, die sich mit den Gefüh­len und Hand­lun­gen von Menschen ausein­an­der­setzt. Die soge­nannte „Voli­ti­ons­psy­cho­lo­gie“ erforscht, wie aus Vorsät­zen und Zielen tatsäch­li­che Hand­lun­gen werden. In entspre­chen­den Studien wird sehr deut­lich, wie Menschen vorge­hen, die ihre Ziele erfolg­reich umset­zen. Dazu gehö­ren vier Schritte: etwas zu wünschen, sich ein Ziel zu setzen, die Hand­lung zu planen und dann tatsäch­lich (dauer­haft) zu handeln. Diese vier Schritte werden wir uns jetzt genauer anschauen und jeweils eine Anlei­tung geben, wie sie für die Formu­lie­rung und Umset­zung beruf­li­cher oder Studi­en­ziele umge­setzt werden können.

Erster Schritt: Den Wunsch spüren

Nehmen wir an, du stehst kurz vor dem Abi und bist genervt von den dauern­den Fragen: „Na, und was hast du nach dem Abi vor?“ Bisher konn­test du das noch wegschie­ben, aber inzwi­schen haben mehr und mehr deiner Freunde einen Plan, wissen, was sie studie­ren wollen oder wie sie ein Gap Year verbrin­gen wollen. Deine eigene Ratlo­sig­keit beginnt dich unru­hig zu machen. Jetzt ist wich­tig: Stell dich dieser Unruhe, beginne nach­zu­den­ken und spüre, was du dir wirk­lich wünschst. Am besten formu­lierst du deinen Wunsch, z.B. so: „Ich möchte endlich einen Plan für die Zeit nach dem Abi haben.“ „Ich wünsche mir mehr Klar­heit über meine Ziele für Studium und Beruf.“

Zwei­ter Schritt: Das Ziel formulieren.

Jetzt kommt es darauf an, dein Ziel möglichst konkret zu formu­lie­ren. Psycho­lo­gi­sche Versu­che und Studien konn­ten eindeu­tig bewei­sen, dass schwie­rige und sehr präzise Ziele zu besse­rer Leis­tung führen als leichte, unge­naue Ziele. Denn die erhöh­ten Anfor­de­run­gen schwie­ri­ger Ziele führen zu besse­ren Leis­tun­gen, sie fordern uns stär­ker. Aber sie dürfen auch nicht zu schwie­rig sein, sondern so, dass wir uns zutrauen, sie auch umzu­set­zen. Ein Ziel „Ich möchte einen Plan für die Zeit nach dem Abi haben.“ funk­tio­niert also nicht gut, denn es ist sehr vage formu­liert und gleich­zei­tig nicht schwie­rig genug. Dage­gen kann so ein Ziel dich weiter­brin­gen: „Ich möchte drei konkrete Studi­en­gänge finden, die zu mir passen, und jeweils mit einer Person spre­chen, die mir Auskunft über diese Studi­en­gänge geben kann.“

Ein Problem kann dabei sein, dass du nicht weißt, wie du so ein Ziel umset­zen sollst. Dann kann es sinn­voll sein, es in Teil­ziele zu zerle­gen, mit denen du nach und nach die notwen­di­gen Fähig­kei­ten erwirbst, also z.B.: „Ich möchte lernen, wie ich mich auf einer Uni-Webseite zurecht­finde.“ „Ich möchte lernen, wie ich Modul­be­schrei­bun­gen von Studi­en­gän­gen verste­hen kann.“ „Ich möchte heraus­fin­den, wie ich Ansprech­part­ner zu Studi­en­gang x finde.“ Solche präzi­sen Lern­ziele sind sehr wirkungs­voll, denn sie erzeu­gen Erfolgs­ge­fühle und stei­gern die Fähig­keit zur Umset­zung des über­ge­ord­ne­ten Ziels.

Worauf es ankommt: Weder Schwel­gen („Ich möchte ein schwer­rei­cher Finanz­profi werden.“) noch Grübeln („Oh je, was soll ich bloß studie­ren?“) brin­gen dich weiter. Das Schwel­gen vermei­det den Kontakt mit der Reali­tät und bleibt ein Traum­bild; das Grübeln hängt zu sehr fest in der Gegen­wart mit ihren Schwie­rig­kei­ten. Das rich­tige Setzen von Zielen und Zwischen­schrit­ten liegt genau dazwischen.

Drit­ter Schritt: Plan­voll Vorsätze fassen.

Nach der Formu­lie­rung des Ziels musst du die Umset­zung planen. Dabei hilft ein span­nen­der Auto­ma­tis­mus: Sobald du konkret zu planen anfängst, rücken andere Wünsche in den Hinter­grund und du nimmst auto­ma­tisch viel mehr Infor­ma­tio­nen auf, die zu deinen Zielen passen. Wenn du dich inten­siv damit beschäf­tigst, wie du Infor­ma­tio­nen zu Studi­en­gän­gen erhal­ten kannst, sprin­gen sie dir über­all ins Auge, während dich andere Themen plötz­lich weni­ger inter­es­sie­ren. „Oh, der neue Zeit-Studi­en­füh­rer, gleich mal rein­schauen!“ Jetzt ist aber wich­tig, auch tatsäch­lich ins Handeln zu kommen. Dabei helfen möglichst konkrete Vorsätze, also nicht allge­mein: „Ich will mich dieses Wochen­ende mal mit Studi­en­gän­gen befas­sen.“, sondern: „Am Sams­tag von 16 bis 18 Uhr schaue ich mir den BWL-Studi­en­gang an den Unis x, y und z an.“ So ein Vorsatz sollte unbe­dingt aufge­schrie­ben und sicht­bar depo­niert werden. Dadurch ist es viel leich­ter, die Hand­lung auch wirk­lich auszuführen.

Vier­ter und letz­ter Schritt: Handeln.

Damit das Ziel Wirk­lich­keit wird, musst du jetzt ins Handeln kommen. Dazu ist es am wich­tigs­ten, dich nicht ablen­ken zu lassen. Am besten gestal­test du deine „Umwelt“ so, dass sie dich nicht ablenkt. Für Sams­tag 16–18 Uhr verab­re­dest du dich nicht und lässt dein Smart­phone im Flur liegen, während du am Desk­top die Studi­en­gänge recher­chierst. Wenn die Gedan­ken zur abend­li­chen Party abschwei­fen wollen, hilft es dir, an etwas Neutra­les zu denken, z.B. aus dem Fens­ter zu schauen und die Form der Wolken zu bestim­men. Umwelt- und Verhal­tens­kon­trolle klap­pen mit mehr Übung immer besser, so dass du nach eini­ger Zeit wie von selbst ins Handeln kommst. Und irgend­wann einer von den Menschen wirst, die ihre Ziele kennen und sie auch umsetzen.

Kompass Zukunft: Studien- und Berufs­wahl gezielt angehen

Im Arti­kel von Stephan Lau kannst du mehr über die psycho­lo­gi­schen Grund­la­gen erfolg­rei­cher Ziel­set­zung und Umset­zung nach­le­sen. Die Programme von Kompass Zukunft beru­hen auf wissen­schaft­li­cher Grund­lage. Sie sind so aufge­baut, dass du alle vier Schritte zur erfolg­rei­chen Studi­en­wahl syste­ma­tisch gehen kannst – vom Spüren deiner Wünsche über die Formu­lie­rung von Zielen und Vorsät­zen bis zum Umset­zen. Du bekommst das Hand­werks­zeug, um selbst­be­wusst deine Zukunft zu gestal­ten – das macht Spaß und ist ein Boos­ter für dein Selbst­be­wusst­sein und für deinen Erfolg in Schule und Studium. Hier gibt es nähere Informationen.